Die seit 1979 laufenden gartendenkmalpflegerischen Arbeiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Glienicke hatten zum Ziel, bis zur 750-Jahrfeier Berlins im Jahr 1987 den Schlossgarten (Pleasureground) in seiner alten Schönheit wiederherzustellen. Dabei ging es insbesondere um die Wiedergewinnung der ursprünglichen Wege, der vielfältigen Wasserspiele und Skulpturen, aber auch der Wiederherstellung der für den Pleasureground so wichtigen Blumenbeete mit ihren reizvollen Einfassungen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Forschungsarbeit zur Entstehungsgeschichte Glienickes und der anderen benachbarten zeittypischen Parkanlagen wurde immer deutlicher, wie wichtig eine korrekte Parkausstattung und das sorgfältig rekonstruierte Detail waren, wozu auch die Parkzelte gehören. ... Schon seit dem frühen 18.Jahrhundert sind – nicht zuletzt beeinflusst durch türkische Vorbilder – eine Fülle unterschiedlicher Zeltentwürfe bekannt, die sich insbesondere in englischen Parkanlagen größter Beliebtheit erfreuten. Das für Glienicke bei M. Gräfin Rothkirch für die Mitte des 19.Jahrhunderts nachgewiesene Originalzelt ist eine recht exakte Kopie des bei Papworth 1832 in „Rural residences“ abgebildeten Vorbildes. Obwohl der Entwerfer für das Glienicker Zelt nicht bekannt ist, spricht vieles für einen Einfluss von Ludwig Persius, der als der bedeutendste Schinkelschüler gerade auch die kleineren Parkbauten im Glienicker Landschaftspark gestaltete und baute. Die Zeltmembrane des 1985 rekonstruierten Zeltes besteht aus einem besonders haltbaren Baumwoll-Mischgewebe, das mit aufgestickten farbigen Applizierungen versehen ist. Die Maße entsprechen den historischen Abmessungen, das heißt, die Höhe ca. 4,20 m und die unter dem Zelt nutzbare Fläche beträgt ca. 24 qm. Dieses Zelt bietet in seinem Form- und Farbreichtum einen belebenden Akzent in Glienicke. (Klaus v. Krosigk)
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